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Das war die „Lange Nacht der Liebe“ 
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NACHBERICHT: Sonntag, 6. Mai 2007

KUNST UND LIEBE. DIE GENRES DER WIENER UNKEUSCHHEIT
„Wer nicht
ich-liebe-dich sagt (wessen Lippen sich kein ich-liebe-dich entlocken lässt),
ist dazu verurteilt, die multiplen, unsicheren, zweifelhaften, kargen Zeichen
der Liebe auszusenden, ihre Indizes, ihre ‚Beweise’: Gesten, Blicke, Seufzer, Anspielungen,
Ellipsen: er muss sich deuten lassen.“
(Roland
Barthes: Fragmente einer Sprache der Liebe).
Lieber Roland, wie hätte es dir gefallen, in der „Langen Nacht der Liebe“ in Wiens
mythosschwerstem Stundenhotel in ein von Suite zu Suite mäandrierendes
Menschenknäuel zu geraten, in dem es nur so zuckte von Blicken, Signalen,
Anspielungen, Posen. Der Ort beeinflusst das Verhalten. Die Summe der „kargen
Zeichen“, die an inadäquaten Orten unterblieben wären, machte die 550
BesucherInnen der „Langen Nacht“ im Orient den rund 50 KünstlerInnen gleich, es
erübrigt sich zu bewerten, wer die wahren Subjekte der Nacht waren. Mehmet
Emirs Fotos machen endgültig klar, dass hier jede Entscheidung falsch wäre.
Vielleicht fiel zwischen 18 und 03 Uhr nie der Satz ich-liebe-dich; vielleicht
löste der Anspruch des Veranstalters, in dieser Nacht nichts anderes zu
heiligen als den Pluralismus in Liebesangelegenheiten, mitleidiges Lächeln aus;
vielleicht lockte die Nacht Voyeure an, für die die Konzerte, Performances und
Lesungen der Nacht nur den lästigen Preis für die gesuchte Rotlichtsafari
darstellten. Das alles ist unbedeutend gegenüber der Erfahrung, dass von
Menschen, die sich deuten ließen, ein Charme ausging, der mit dem Charme des
Orient-Interieurs und der Aura der Orient-Geschichte zu einem Gesamtkunstwerk
verschmolz.
Der Aktionsradius Wien wird im November darauf zurückkommen. Was in dem
Programmchaos der „Langen Nacht“ schmerzlich versäumt wurde, kann nachgeholt
werden. Wir wollen dann aber auch zum Thema machen, wie das „sex sells“-Gesetz
auf Kunst und Kunstvermittlung einwirkt. Und warum kein Kulturprojekt des
Aktionsradius größere mediale Aufmerksamkeit hervorrief als jenes, das mit außerkulturellen
Verlockungen wie „Stundenhotel“ oder „Erotik Hotline“ experimentierte ...
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Impressum: MHV: Aktionsradius Wien, 1200 Wien, Gaußplatz 11 • fon
01-332 26 94, fax DW 8 • E-Mail office@aktionsradius.at, www.aktionsradius.at
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Veranstaltungskonzeption:Robert Sommer, Redaktion: Tina Dermitzakis, Alois
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