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Sonntag, 6. Mai 2007
LANGE NACHT DER LIEBE
 

 

 

 


KUNST UND LIEBE. DIE GENRES DER WIENER UNKEUSCHHEIT

Eine Veranstaltung des Aktionsradius Wien – mit freundlicher Unterstützung des Hotel Orient.

 

Zeit: 18.00 – 02.00 Uhr

Ort: Hotel Orient | 1010 Wien, Tiefer Graben 30, www.hotelorient.at

Catering: Getränke / Hotel Orient; Orientalisches Fingerfood / Alibi Bar

 

Infos & Karten: Vorverkauf bis Do, 3.5., im Aktionsradius Wien: € 18,-; Abendkassa: € 20,-.

Veranstalter: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz, Tel. 332 26 94, www.aktionsradius.at

 

 

L. machen statt L. definieren

 

wos se auszoid is de liebe / a wauns draufzoist zoid ses aus / weu de liebe is ein greissla / wo ma ewech aunschreim kaun / waunst as aufhoidst deine liebe / hoidst as a boid nimma aus / weu de liebe ka bilanz fiat / se kummt und geht auch unfrisiat.

Auf den ersten Blick ist diese Textspende von Peter Ahorner eine poetische Liebeserklärung an die Liebe, aber wenn man sich Zeile für Zeile durchspintisiert, kann einem schwindlig werden. So viele Liebes-Bilder versammeln sich da in einer Textminiatur – und passen vielleicht gar nicht zusammen. Liebe ist etwas, was uns auch dann nützt, wenn wir mehr geben als nehmen (also draufzoin), lernen wir zunächst. Demnach zahlt sich auch unglückliche Liebe – hier geben wir alles und kriegen nichts zurück – für uns aus. Wenn wir aber den Spieß umdrehen und nichts geben (ewech aunschreim), uns nicht verausgaben, weder Blicke noch Worte noch Leidenschaften verschwenden – was hat das mit Liebe zu tun? Übrigens: Ist uns klar, was das Objekt der Liebe ist? Es steht geschrieben (nicht bei Ahorner), dass man in der Liebe weniger die Geliebte, den Geliebten liebt, als vielmehr die Situation des Geliebtwerdens. Dass man also die Liebe liebt, wenn man meint, einen Menschen zu lieben.

Die Lange Nacht der Liebe im Hotel Orient, diesem Zentrum der „KleinglückgenießerInnen“ (Gerti Pertiller), ist eine sinnliche Kundgebung pro Pluralismus in Liebesangelegenheiten. Wer behauptet, er/sie wisse, was Liebe sei, ist nicht unser Lieblingsgast. Die Wissenschaft muss erst erfunden werden, die die Liebe in den Griff kriegt. Den Künsten gelingt es besser, sich der Liebe zu nähern. „Willst du den Geschmack einer Birne erforschen, musst du in sie beißen“ (Mao Tse-tung). Eine feine Einladung, Liebe zu machen, statt Liebe zu definieren.

Neben den Suiten, in denen das Programm läuft, sind im Orient Zimmer für intimes Verschwinden aus dem Fest reserviert, die von BesucherInnen gebucht werden können.

 

 

DER HÖHEPUNKT:

 

©©© MUSIK ZUR LIEBE ©©© MUSIK ZUR LIEBE ©©© MUSIK ZUR LIEBE ©©©

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4she

A cappella Melange „Sündiges Wien“ – alles dreht sich um Josefine Mutzenbacher, Wiens berühmteste Dirne. Das Ensemble der vier frivolen Kehlen wurde 2001 von Leni Lust gegründet. www.4she.net

 

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A Life, A Song, A Cigarette

Gitarren, ein Cello und die Stimme Stephan Stanzels, der das Gegenteil zum Starmania-Flachsinn verkörpert. Die Akustik-Version einer extrem im Aufwind befindlichen Band der Indie-Folk-Rock-Szene Wiens. www.alasac.com

 

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Peter Ahorner & Doris Windhager

Das traditionelle Wienerlied ist ein Volksliedgut, in dem das Thema Liebe auffallend unterrepräsentiert ist. Insofern brechen die Sängerin und der Schriftsteller mit der Tradition gründlich: wos se auszoid is de liebe ... David Müller begleitet Doris Windhager auf der Gitarre.

 

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Tini Trampler & Bordell Band

Sechs Lieder an die unerfüllte Liebe – und sechs Zugaben. Nicht ganz so bekannt wie Tinis Hauptband Die Dreckige Combo, aber mit aufregenderer Performance. www.dreckigecombo.at

 

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Cleo Ruisz

Malerin und Sängerin, bei der Langen Nacht der Liebe in letztgenannter Funktion: mit Chansons, die die legendären Diven Marlene Dietrich und Hildegard Knef hochleben lassen. www.cleo.at

 

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Nataša Mirković - De Ro

Aufgewachsen in Sarajevo, lebt in Wien. Ihr stimmliches Repertoire reicht von klassischer und Barockmusik bis zu Jazz und traditioneller Musik. Im Orient zu hören: Liebesballaden und Liebeslieder aus Bosnien. www.mirkovic-dero.com

 

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Stefan Sterzinger

 

sterzinger nur mit mir heißt das Soloprogramm des Akkordeonisten, der als Kriterium der Auswahl seiner Lieder nennt: „Es müssen wirklich schöne Lieder sein“. www.koopkitsch.com

 

 

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Das Halbe Quartett

 

Eine Frau mit Vergangenheit alias Sü-Vaal erzählt in unvergesslich schönen, manchmal auch bösen Liedern von ihren Erfahrungen in Sachen Liebe. Pater Pavel begleitet sie mit der Gitarre. www.dashalbequartett.biz

 

 

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Ernst Molden & Sibylle Kefer

 

Songs u. a. aus der neuen Molden-CD „Bubenlieder“: Österreichs Beitrag zum Neustart der Singer-Songwriter-Kultur. Sibylle Kefer war jahrelang die Sängerin der Ausseer Hardbradler. www.ernstmolden.at

 

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Bohatsch & Skrepek "Alles Liebe": Liebeslieder bis zum Anschlag

 

Sex, Eifersucht, Kitsch, Höhenflug, Absturz, Verliebtheit, Selbstmord, amour fou, Familienglück, Heirat, ewige Treue, Trennung, Streit, Versöhnung, kühle Berechnung und glühender Weltschmerz - all das wird in den Liedern und in den dazwischen eingefügten Kurzszenen abgehandelt.

 

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PoolOver

Eine Liebesperformance der Improvisationstanzgruppe aus Linz - improvisierend, tanzend und tönend

 

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Ernst Molden, der Romancier

Liest aus seinem Roman „Die Krokodilsdame“, den er 1995 im Hotel Orient schrieb. Eine Wiener Millionärin veranstaltet einen Liebes-Wettbewerb.

 

 

 

 

Eva Schuster & Sonja Penz

Sorgen für zwei Programmpunkte der Langen Nacht – mit dem clownesken Zwei-Personen-Stück „Die Liebestränke“ und der Lesung von Liebesbriefen aus Literaten- und Künstler-Nachlässen der Wienbibliothek.

 

 

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Reinhard Sellner

liest aus Julius Mendes Text- und Bild-Buch „Die sexuelle Welle. Zwischen Sinnlichkeit und Vermarktung“ (Promedia Verlag).

 

 

 

 

Die Bordellkäfer

Treten in der Regel als TrabantInnen der Bordellband auf und lesen Ausschnitte aus „Das bizarre Sexualleben der Tiere“.

 

 

 

Martin Auer 

liest aus seinem Buch Hurentaxi. Aus dem Leben der Callgirls (erschienen im LIT Verlag) Fünf Monate lang hat der Schriftsteller bei einer der größten Wiener Callgirl-Agenturen als Fahrer gearbeitet und aufgeschrieben, was er dort
erlebt hat. Herausgekommen ist ein packender Bericht über den wirklichen Alltag der Callgirls, ohne Sensationshascherei, tragisch und komisch und manchmal skurril.

 

 

©©© FILME ZUR LIEBE ©©© FILME ZUR LIEBE ©©© FILME ZUR LIEBE ©©©

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Projektionen der Sehnsucht

Das kleine Film-Séparée der Langen Nacht der Liebe. Eine Videoexkursion zu den erotischen Anfängen des heimischen Kinos. Faszinierende Cineastik aus der unkeuschen Abteilung des Filmarchiv Austria. Wir danken für die freundliche Unterstützung! www.filmarchiv.at

 

Dazwischen zeitgenössische Videos: „LiebesLoop“ von Doris Kittler und ein Mitschnitt der ersten Langen Nacht der Liebe (2005).

 

 

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Muna

Die französischen Schriftsteller Émile Zola und Gustave Flaubert bezeichneten den Orientalischen Tanz als "Danse du ventre". Wohl deshalb ist bei uns der Begriff „Bauchtanz“ gebräuchlich. In der arabischen Welt wird der Solo-Tanz der Frauen "Raqs Sharqi" genannt: "Tanz des Ostens". Die deutsche Bezeichnung "Orientalischer Tanz" erscheint also korrekter zu sein. Tänzerin Muna´s Kommentar dazu: sie tanzt und tanzt und tanzt...

 

 

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Magdalena Steiner & Jo Kühn

„Menschenbehandlung“: Figural-Kalligrafische Kunstaktion mit Maler, Malerin und zwei nackten Modellen. Ein Denkmal für die vergessene Kunst des Liebesbriefes. Am Höhepunkt der Performance verlassen die Modelle ihre Hülle. Darüber hinaus gibt es Präsentation von Magdalena Steiners Safersexpokerkarten.

 

 

 

Ingrid Mack´s Liebessachen

Die Chefin der Fachgeschäfte Condomi und Séparée („Für Frauen und alle, die Frauen lieben“) stellt in einer humorvollen Stunde die originellsten „Erektionsbekleider“ und andere überraschende Produkte aus ihrem Angebot vor.

www.separee-shop.com, www.condomi.com

 

 

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Raja Schwahn-Reichmann

Hier wird nicht verraten, wie die „Stadträtin für Puff und Paradies“ des vom Aktionsradius Wien initiierten utopischen Ortes AugartenStadt die Präsentation (ehemals z. T. verbotener) erotischer Texte aus der Secreta-Sammlung der Wienbibliothek inszenieren wird.

 

 

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Beate Göbel

Schauspielerin und Videokünstlerin, zeigt erstmals „Mary´s Viewpoints of Love“ - eine inszenierte Theatertagebuchlesung. www.beategoebel.com

 

 

 

 

Liebes Graffiti

Um Punkt 18 Uhr startet der Wiener Graffiti-Forscher Thomas Northoff mit Interessierten, die mit ihm flanierend in der Umgebung des Hotel Orient nach den Botschaften der Liebe, der Erotik, der Sehnsucht und der Prostitution an den Hauswänden und auf dem Stadtmobiliar Ausschau halten. Die einstündige Führung endet am Ausgangspunkt: Hotel Orient.

 

In den Räumen und im Stiegenhaus „Verbotene Bilder“ aus der Secreta-Sammlung der Wienbibliothek, zwölf Werke aus Magdalena Steiners Zyklus „Liebesbriefe“ und erotische Vexierbilder von Vero. 

 

 

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Hotel Orient

Wo, wenn nicht im Hotel Orient, diesem Weltwunder an einem „con amore“-geführten Hotel für schöne Stunden, kann die „Lange Nacht der Liebe“ würdig zelebriert werden? Ein stimmigeres Haus hätten wir nicht finden können. 1896 eröffnet, ist es voll von Geschichte. Der Kaiser höchstselbst soll hierher auf amouröse Stippvisite gekommen sein. Das Orient war immer eine Schnittstelle von Liebe und Kunst. Der Autor und Musiker Ernst Molden gründete 1992 im schönsten Stundenhotel Europas die Poeten-Gruppe „Loge der generellen Zweckentfremdung“ und schrieb hier 1995 seinen Roman „Die Krokodilsdame“. Was immer in den diskreten Gemächern (neben den fünf „Liebesnestern“, die sich im Rahmen der Langen Nacht in offene Kultursalons verwandeln und auf flanierendes Publikum warten) in der Nacht vom 6. zum 7. Mai 2007 passiert: es ist – ebenso wie das Interieur des Hotels mit der Patina seiner aufregenden Geschichte – Teil des Gesamtkunstwerks Lange Nacht der Liebe. www.hotelorient.at

 

 

VORSPIEL & NACHSPIEL:

 

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( 0930 128 777 | Erotik-Hotline

Ein Projekt der Wienbibliothek im Rathaus in Kooperation mit dem Aktionsradius Wien.

 

Als Vor- und Nachspiel (1. April bis 31. Mai 2007) zur Langen Nacht der Liebe am 6. Mai 2007gibt die Erotik-Hotline Einblick in die umfangreiche Secreta-Sammlung der Wienbibliothek im Rathaus. Nach dem Wählen der Nummer ( 0930 128 777 hören Sie nach Ihrer Menüauswahl die erotische Stimme Anne Bennents, die Texte aus der „Secreta-Sammlung“ liest: „Schuhfetischismus“ von Rétif de la Bretonne, Auszüge aus Gottfried Kellers Roman "Der Grüne Heinrich" bis hin zu Djuna Barnes und Auseinandersetzungen mit Casanova von H. C. Artmann. Die Hotline wird beim Eröffnungsfest am 19.4. auszugsweise via Lautsprecher eingespielt.

 

 

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Erotisches aus der Secreta-Sammlung

 

Die Secreta-Sammlung, lange Zeit der Öffentlichkeit vorenthalten, setzt sich im Wesentlichen aus Teilen zweier Nachlässe der Wienbibliothek im Rathaus zusammen. Der Aufbau der Sammlung erfolgte durch die Übernahme zahlreicher Erotica aus dem Besitz des Wiener Kaffeesieders Eduard Nikola (1823-1905). Der Nachlass von Felix Batsy (1877 bis 1952), der bis 1930 Bezirkshauptmann von Wiener Neustadt war, enthält neben wertvollen Erstausgaben aus dem 18. und 19. Jahrhundert zahlreiche sexual- und pseudosexualwissenschaftliche Werke aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts und pornografische Titel, die oft nur als Privatdrucke in Umlauf kamen, weiters pornografische Fotoserien und Ansichtskarten. www.wienbibliothek.at

 

 

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Donnerstag, 19. April 2007

DAS FEST. Hur und Moll. Lieder nach der Sperrstund’

Eine Veranstaltung der Wienbibliothek im Rathaus.

 

Der Wiener Schauspieler und Sänger Stephan Paryla präsentiert mit seinem Programm "Hur und Moll" Lieder nach der Sperrstund' ein bisher verdrängtes und unter Verschluss gehaltenes Kapitel Wiener Kulturgeschichte. Die sogenannten Spittelberglieder, Gstanzln und Vierzeiler sind einerseits poetisch, andererseits voller Schmäh, stellenweise schamlos vulgär und zwischen den Zeilen sind die drastischen sozialen Verhältnisse des Spittelbergs im ausgehenden 18. Jahrhundert unüberhörbar.

 

Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt frei! Anschließend Brot & Wein.

Ort: Wienbibliothek im Rathaus | 1010 Wien, Eingang Lichtenfelsgasse / Stiege 4 / 1. Stock / Lesesaal

 

 

 

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Wir danken allen Kooperationspartnern der Langen Nacht der Liebe:

Hotel Orient, Filmarchiv Austria, Wienbibliothek im Rathaus, Alibi Bar

 

 

 

 

Impressum: MHV: Aktionsradius Wien, 1200 Wien, Gaußplatz 11 • fon 01-332 26 94, fax DW 8 • E-Mail office@aktionsradius.at, www.aktionsradius.at • ZVR 740737083 • Gesamtleitung: Uschi Schreiber, Veranstaltungskonzeption:Robert Sommer, Redaktion: Tina Dermitzakis, Alois Kinast, Grafik: Tom Sebesta • Coversujet: Nachlass Felix Batsy, Handschriften-Sammlung der Wienbibliothek im Rathaus • Fotos: Wienbibliothek oder von den KünstlerInnen zur Verfügung gestellt • Programmänderungen und Irrtümer vorbehalten

 

 

 

 


 

 

 

 

 

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