
Aktionsradius Wien / April 2007:
St. Pölten schlägt zurück
Den zugegeben etwas reißerischen Namen dieses
kleinen St. Pölten-Festivals fanden einige der vom Aktionsradius Wien
kontaktierten MusikerInnen und KünstlerInnen aus der niederösterreichischen
Landeshauptstadt gar nicht passend. Wer zurückschlägt, muss logischerweise ein
Geschlagener sein. Als teilnehmende Beobachter einer lebendigen St. Pöltner
Kulturszene, die sich als work in progress begreift, lassen sie sich nicht in
die Opfer-Rolle drängen. Ihr Selbstbewusstsein strahlt aber noch zu schwach
nach Wien aus: Hier finden sich noch die Reste des Provinzialismus-Klischees,
und ein Ausdruck davon ist das überraschte „Do schau hea!“ der WienerInnen,
wenn ihnen z.B. die Buntheit des zeitgenössischen Musikschaffens der
50.000-Einwohner-Stadt vor Augen geführt wird. Wir erklären hiermit die
Tradition der Wiener Respektlosigkeit gegenüber St. Pölten für beendet. Und
bleiben beim gewählten Titel.
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D A S M O N A T S T H E M A /
Ü B E R S I C H T (gehe mit >> zu den jeweiligen
Detailinfos): |
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Ausstellung des Monats: INGRID REICHEL
& EVA RIEBLER „FIGUREN WERFEN“
Dienstag, 3.4. |
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Dienstag, 10.4. Cosa Nostra &
1 Quereinsteiger MEDITERRANES
CROSSOVER
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Samstag, 14.4. ! ! ! A B G E S A G
T ! ! ! Lames &
Siluh Records Party ST. PÖLTEN SPECIAL |
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Dienstag, 17.4. perpetuum, lesetheaterförmig DER FLÜSTERER IM DUNKEL |
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Freitag, 20.4. ! ! ! A B G E S A G T ! ! ! Siluh Records
Night ZWEI BANDS. EINE PARTY |
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Samstag, 21.4. Stadtflucht BUS NACH CHATTANOOGA |
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Dienstag, 24.4. Ben Martin &
Georg Tran TRAVELLING
AGAIN |
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S O N S T I G E S &
K O O P E R A T I O N E N
/ Ü B E R S I C H T (gehe mit >> zu den jeweiligen
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Donnerstag, 12.4. 4she und
Bohatsch & Skrepek WIENERLIED-UND?
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Freitag, 13.4. Der Tag, an dem die Unsichtbaren
sichtbar werden F13 – FREITAG,
DER DREIZEHNTE |
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Donnerstag, 19.4. Hur und Moll. Lieder nach der
Sperrstund’. DAS EROTIK-HOTLINE FEST – ( 0930 128 777 |
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Donnerstag, 26.4. Vernissage mit Musik 25 JAHRE LALIBELA |
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Samstag, 28.4. ParkPartie Augarten DER FRÜHLING MIT SEINEN REIZEN |
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Sonntag, 29.4. Philosophisches Café DAS ANREGENDSTE
SONNTAGSFRÜHSTÜCK |
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V O R S C H A U /
Ü B E R S I C H T (gehe mit >> zu den jeweiligen
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MAI 2007 MONATSTHEMA:
SOME LITTLE ISTANBULS (Parallelgesellschaften) |
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Sonntag, 6.5. GEHEIM*TIPP: Lange Nacht
der Liebe im
Hotel Orient KUNST UND LIEBE. DIE GENRES DER WIENER UNKEUSCHHEIT |
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Aktionsradius Wien / April 2007
ST. PÖLTEN SCHLÄGT
ZURÜCK
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D A
S M O N A T S T H E M A I M
D E T A I L : |
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INGRID REICHEL & EVA RIEBLER „FIGUREN
WERFEN“ Ingrid
Reichels Fotos zeigen unter anderem das St. Pöltner Regierungsviertel im
Detail. Das Konzept, ein belebtes Zentrum erstarken zu lassen, schlug fehl,
die gezeigten Spiegelungen auf ihren Fotoaufnahmen wie in ihren Acrylbildern
suggerieren Belebtheit. Ingrid Reichel ist seit 2004 im Vorstand der
Literarischen Gesellschaft St. Pölten. Sie malt seit 20 Jahren, ist keine
Fotografin, sondern hat den Blick der Malerin und einer kritischen St. Pöltnerin.
Eva Riebler malt seit 30 Jahren, ist seit 1979 als Germanistin in St. Pölten
tätig bis umtriebig und seit 2003 Obfrau der LitGes und Herausgeberin der
Zeitschrift etcetera. Ihre Acrylbilder sind stets dem Figurativen verhaftet.
Zu sehen sind Werke aus der Serie „Figuren werfen". Der Körper und seine
freie Gestaltung dürfen ihrem künstlerischen Konzept zufolge durchaus
verstörend wirken. Dienstag, 3.4. Vernissage: Ingrid Reichel & Eva
Riebler Lesung: Die Literarische Gesellschaft STADT FINDET STATT. TROTZDEM. Die
Literarische Gesellschaft St. Pölten (LitGes STP) ist wieder in Wien! Nach
Präsentationen und Auftritten in der Alten Schmiede und im Literaturhaus Wien
zeigen sich die LitGes STP und ihre Literaturzeitschrift etcetera nun auch am
Gaußplatz. etcetera ist die Nachfolgezeitschrift des Limes. Sie erscheint
vierteljährlich und ist sowohl für NewcomerInnen als auch für international
bekannte SchriftstellerInnen, nebenbei auch für FilmemacherInnen, bildende
KünstlerInnen oder Musikschaffende Plattform. Das LitGes-Netzwerk eröffnet
die Reihe „St. Pölten schlägt zurück“ abend- wie raumfüllend: Zu hören gibt's
Texte und Textcollagen aus und über St. Pölten, zu sehen gibt's Acrylbilder
und Fotos mit St. Pölten-Bezug. (www.litges.at) Es
lesen: Alois Eder, Thomas Havlik, Michiko Flasar, Cornelia Travnicek und
Thomas Fröhlich. Fotografien & Gemälde von Ingrid Reichel und Eva
Riebler. Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: frei Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11 Öffnungszeiten: bis 24. April, MO-DO
10.00-17.00 Uhr, bei Veranstaltungen und nach Vereinbarung. |
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Cosa Nostra
& 1 Quereinsteiger MEDITERRANES CROSSOVER Songs
von Fabrizio de Andre, Zucchero, Conte, Celentano, Theodorakis, Gipsy Kings
und Clapton. Akustisch aufbereitet mit: Keyboards, Bass, akustischen
Gitarren, Elektrogitarre, Sax, Flöten und Bouzouki. Gespielt von: Toni
Wegscheider (Gründer- und Frontman; Gesang, Gitarre, Bouzouki), Reinhard
Kieninger (Gitarre, back voc), Dieter Libuda (Elektrogitarre, Percussion),
Ronald Bergmayr (Sax, Flöten), Peter Völker (Bass, back voc), Werner
Steueregger (Keybord, back voc). Alle außer Peter Völker sind gestandene St.
Pöltner. Überraschu ngsgast: Pavarotti (oder Vertretung). Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: 7 Euro Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11 |
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Lames & Siluh Records Party ST. PÖLTEN SPECIAL LAMES
(la musique et sun) ist ein St. Pöltner Künstlerkollektiv, das seit mehr als
10 Jahren die Landeshauptstadt belebt. „Berühmt" sind LAMES
hauptsächlich wegen ihrer gut inszenierten Festivitäten, die in mehr oder
weniger regelmäßigen Abständen am LAMES Areal in St. Pölten (SKW)
stattfinden. Nicht nur weil LAMES seit jeher den non profit-Gedanken
hochhalten, erfreuen sich diese Festivitäten regen Zustroms. Die Qualität von
audio und video, die Originalität und Detailliebe dieser Feste ist eine
Konstante, die man in dieser Form in Niederösterreich nur selten findet.
Neben diesen Ereignissen gibt es am LAMES Domizil auch einen stetigen
"Betrieb". Neben den Musikaktivitäten (z.B. Bauchklang) wird in die
Natur investiert und im Laufe der Jahre ein riesiger Park angelegt, der in
dieser Form einzigartig ist. Er soll Raum für diverse Kunstprojekte bieten,
aber auch auf längere Sicht der Allgemeinheit dienen. Letzten Sommer
veranstalteten LAMES ebendort ein interdisziplinäres Künstlersymposium, das
in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden soll. (www.lames.at) LAMES
und Siluh Records präsentieren: Das Fieber; Mina Halm (Theremin) & Alex
Miksch (guitar/sounds); Masallah (live act); DJ Lichtfels (Bauchklang /
LAMES) u.a. Beginn: 19.30 Uhr,
Eintritt: 10 Euro Ort: Bunkerei Augarten | 1020 Wien, Obere
Augartenstraße 1a |
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perpetuum, lesetheaterförmig DER FLÜSTERER IM DUNKEL Lesetheateraufführung,
die als Hommage an H.P. Lovecraft, den Begründer zeitgenössischer düsterer
Phantastik anlässlich seines 70. Todestags angelegt ist. Wikipedia meint:
Auch wenn sich Lovecraft bisweilen nicht ganz einfach einem literarischen Genre zuordnen lässt,
wird sein Prosawerk in der Regel als „Supernatural Horror“, also als
Geschichten des „Übernatürlichen Schreckens“ eingeordnet. Thomas Fröhlich
wählte die Texte aus, die von ihm und Daniela Wandl, Fritz Humer, Heimo Huber
und Georg Wandl gelesen werden. Sie alle zählen zum etwa 20 Menschen
umfassenden Kollektiv der Theatergruppe perpetuum, eine mainstreamfeindliche
Truppe, die jahrelang aus der Not, kein eigenes Theater zu haben, eine Tugend
machte und „Odyssee" im Teich und „Hödlmoser" im Wirtshaus spielte,
die aber nun im ehemaligen Forumkino St. Pölten ein perfektes Zuhause
gefunden hat. (www.perpetuum.at) Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: 5 Euro Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11 |
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Siluh Records Night ZWEI BANDS. EINE PARTY In
einer Kooperation mit dem St. Pölten-lastigen Musiklabel Siluh Records
stellen sich zwei Bands, die die erfrischende Alternative Indie Szene der
Landeshauptstadt vertreten, in der Bunkerei im Augarten vor: Tschok die Dohle
und Francis International Airport. Eine stark gitarrenlastige Situation ist
zu erwarten, und der Umstand, dass keine der Gruppen einen Tonträger in die
Bunkerei mitbringt (immerhin werkt FIA gerade am ersten Album herum), muss so
gedeutet werden: St. Pölten ist ein Laboratorium, in dem ständig neue Talente
auftauchen und in dem schon stage-erprobte SängerInnen und Instrumentalisten
in wechselnden Kombinationen stets Neues versuchen. (www.siluh.com) Beginn: 19.30 Uhr,
Eintritt: 10 Euro Ort: Bunkerei
Augarten | 1020 Wien, Obere Augartenstraße 1a |
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Stadtflucht BUS NACH CHATTANOOGA „Wenn
man auf der Westautobahn etwa vierzig Kilometer von Wien Zentrum zurückgelegt
hat, glaubt man zur Rechten die Außenbezirke von Chattanooga zu sehen. Es
handelt sich aber, wie ein Blick auf die Hinweistafeln des Autobahnabzweigers
lehrt, nicht um Chattanooga, sondern um St. Pölten.“ So beginnt das 8.
Kapitel von Jörg Mauthes Roman „Die große Hitze“. Wir wissen nicht, wie
schmeichelhaft dieser Vergleich für die St. PöltnerInnen ist. Wir wissen
aber, dass die ExkursionsteilnehmerInnen eine aufregende Flanerie in St.
Pölten und Umgebung erwartet. Am Vormittag empfängt uns der 1925 geborene
Akkordeonsammler, Schauspieler und Träger des Fellini-Preises, Hannes
Thanheiser auf dem ehemaligen Rittersitz Würmling bei Hafnerbach,
den er mit Eigenmitteln restaurierte. Mit seiner Jazz-Combo „Cafe Schmalz“, in der er Geige, Klavier
und Akkordeon spielt, war Thanheiser auch schon beim Aktionsradius zu Gast. Seine
Privatsammlung umfasst ca. 100 Akkordeons, wobei jedes einzelne seine eigene
Geschichte zu erzählen hat. Den Gästen aus Wien bietet er ein kleines
vormittägliches Konzert. Nachmittags sorgt der rebellische Betriebsseelsorger
Sepp Gruber für eine alternative Stadtführung – vom betonitiskranken
Regierungsviertel über die Spuren des jüdischen St. Pölten und das
Glanzstoff-Werk, ein in die Gegenwart gestülptes Stück österreichischer
Industriegeschichte, bis zum Cinema Paradiso. Der Tagesausflug endet mit einem
Fest im legendären Gasthaus Koll (Ort: Alte Reichsstraße 11-13, Beginn: 19.30
Uhr, Eintritt: 10 Euro für Konzertgäste), in dem der Jazzgeiger Matthias
Jakisic mit einigen seiner St. Pöltner Musikerkollegen nicht nur für die
Gäste aus Wien aufspielt. Treffpunkt: 9.00
Uhr, Gaußplatz 11, Rückkunft: ca. 24.00 Uhr. Unkostenbeitrag:
ca. 30 Euro (Bus + Führungen + Konzert). Anmeldung bis 16.
April unter Tel. 332 26 94 |
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Ben Martin & Georg Tran TRAVELLING AGAIN Rein
technisch gesehen ist Ben Martin Singer/Songwriter, tatsächlich aber bewegt
er sich musikalisch weit um den mit diesem „Genre" assoziierten Sound
herum. Da wird gerockt, geswingt, mit elektronischen Sounds geflirtet, dem
Alternative Country gehuldigt. Dennoch aber flackern immer wieder akustisch
gehaltene, spärlich instrumentierte Songs auf – ganz Singer/Songwriter-Manier
eben. Mit dem aktuellen Werk „The Tiny Bits And Pieces" (2006) und den
Singles „The Heating Is On Again" und „Matt Bianco" wehrte Ben
Martin sich größtenteils vehement gegen das Klischee des
Lagerfeuergitarristen. Seiner Band gehört auch Tran Lap Vinh Georg an. Am
Gaußplatz präsentieren sich die beiden als bewährtes Duo. Tran ist aber auch,
wie Ben Martin, solo unterwegs – da singt er sanft und gefühlvoll bis
energisch in Englisch gehaltene Texte, die er mit der klassischen Gitarre und
ausgefallenem Finger-Picking begleitet. Seine Musik – reduziert auf ein
Minimum – will nicht mehr als einen Moment, eine Stimmung festhalten und
wiedergeben. Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: 7 Euro Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11 |
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* S O N S T I G E S &
K O O P E R A T I O N E N
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4she und Bohatsch & Skrepek WIENERLIED-UND? Das Wienerlied zu Gast in der Leopoldstadt. Das Wienerlied neu zu
definieren und seine Bandbreite zu erweitern, um damit jede Altersgruppe in allen
sozialen Schichten zu erreichen, ist das nachhaltige Ziel. So wird dabei aus
dem Musikgut selbst geschöpft, die Verschmelzung der Tradition mit der
Gegenwart gefördert und in der Konfrontation mit anderen Kulturen und
Kunstformen ein Spannungsfeld erzeugt, um das Wienerlied in seiner
Vielschichtigkeit attraktiver und publikumswirksamer zu gestalten. Als Bühne
dafür dient hierfür im Frühjahr 2007 erstmals die Bunkerei im Augarten. Die
Reihe Wienerlied-und? startet am 12.4. mit einer spannenden musikalischen
Begegnung (www.wienerlied-und.at): Das Wiener a Cappella Melange Ensemble 4she macht den Auftakt – mit einer
belebenden Mischung aus Jazz, Pop und World Music, verbunden mit dem Ursprung
des Wiener Liedes. Zutaten: vier temperamentvolle Frauen, eine Stimmgabel,
pures a cappella: Caroline Athanasiadis, Leni Lust, Monica Reyes und Iris
Suchan. Das Duo Bohatsch
& Skrepek bringt das Programm „Alles Liebe“ mit: Schmachten, leiden,
fluchen, stöhnen, suizieren, euphorisieren, delirieren und verlustieren (sich)
der Schauspieler Bohatsch und der Musiker Skrepek in selbst-geschriebenen
Songs und szenischen Intermezzi, dass kein Auge trocken bleibt – Liebeslieder
bis zum Anschlag. Helmut Bohatsch (Gesang, Perkussion, Melodica) und Paul
Skrepek (Gesang, Kontragitarre, Perkussion, Elektrogitarre, Schlagzeug). Beginn 20.00 Uhr,
Eintritt: 15 Euro, Karten-Tel. 0676 / 512 91 04 Ort: Bunkerei Augarten | 1020 Wien, Obere Augartenstraße 1a |
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Der Tag, an dem die Unsichtbaren sichtbar
werden F13 – FREITAG, DER DREIZEHNTE Unter dem Namen F13 versucht ein Bündnis
von Schüchternen und PredigerInnen, von glücklichen Arbeitslosen und verzweifelten
JobsucherInnen, von Bibel und Augustin, von Flüchtling und Flaneur, von
SelbstsprecherInnen und FürsprecherInnen, von Punks und barmherzigen
Samaritern das Datum Freitag der Dreizehnte von der Bedeutung
„Unglückstag" zu befreien. Jeder „Pechtag" wird in einen Feiertag
für alle verwandelt, die sonst wenig zu feiern haben. So kommt es jeden
Freitag, den Dreizehnten (null bis dreimal im Jahr sieht der Kalender diese
Kombination vor) an verschiedenen Orten und Ecken Wiens zu überraschenden Straßenaktionen
gegen die soziale Ausgrenzung „unerwünschter" Gruppen. Nähere Infos
unter www.f13.at oder in der Boulevardzeitung
Augustin. Tipp: F13-Fest des Augustin mit
Live-Musik Beginn: 19.00 Uhr, Eintritt: Spenden Ort: Amerlinghaus | 1070 Wien, Stiftgasse 6 |
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(Fotonachweis: Foto: „Girls 1926“, Phot. Mager aus:
Franz Blei, Formen der Liebe, Berlin: Wien: Trianon Verlag 1930) Für Fotodownload bitte Bild anklicken. |
Hur und Moll. Lieder nach der
Sperrstund’. DAS EROTIK-HOTLINE FEST – ( 0930 128 777 ( 0930 128 777 (39 Cent / min.): Diese
Nummer stürzt niemanden in die Schuldenfalle, und am anderen Ende der Leitung
sitzt keine Frau, die sich um wenige Euros die Ausgeburten sexueller
Phantasien brünftiger Männer anhören muss. Wer die Nummer wählt, hat ein
Fenster in die Secreta-Sammlung der Wienbibliothek im Rathaus aufgemacht. Was
dem Hörer, der Hörerin geboten wird, ist die Stimme der Schauspielerin Anne
Bennent, die ausgewählte erotische Texte aus dieser Sammlung liest. Als Vor- und Nachspiel der Langen
Nacht der Liebe am 6. Mai ist die Erotik-Hotline vom 1.4. bis 31.5.2007
online. Die Secreta-Sammlung, lange Zeit
der Öffentlichkeit vorenthalten, setzt sich im Wesentlichen aus Teilen zweier
Nachlässe zusammen. Der Aufbau der Sammlung erfolgte durch die Übernahme
zahlreicher Erotica aus dem Besitz des Wiener Kaffeesieders Eduard Nikola
(1823-1905). Der Nachlass von Felix Batsy (1877 bis 1952), der bis 1930
Bezirkshauptmann von Wiener Neustadt war, enthält neben wertvollen
Erstausgaben aus dem 18. und 19. Jahrhundert zahlreiche sexual- und
pseudosexualwissenschaftliche Werke aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts
sowie pornografische Titel, die oft nur als Privatdrucke in Umlauf kamen und
pornografische Fotoserien und Ansichtskarten. Eine zwei Kartons umfassende
Sammlung von Verlagsprospekten ermöglicht einen Einblick in die
Lieferbedingungen und -wege für erotische Literatur aus dieser Zeit. Das Fest: Die Erotik-Hotline, eine völlig
neue, noch nie da gewesene Form der Kommunikation literarischer Bestände
einer Stadtbibliothek, birgt neben den akustischen Kostproben – als
Geheimtipp – den Verweis auf die Lange Nacht der Liebe. Mit der Präsentation
und den „Liedern nach der Sperrstund’. Hur & Moll“ von Stephan Paryla
wird dieser „heiße Draht“ würdig gefeiert. Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt frei,
anschließend Brot und Wein. Ort: Lesesaal der Wienbibliothek im Rathaus | 1010 Wien, Eingang Lichtenfelsgasse,
Stiege 4 / 1. Stock Eine Kooperation von Aktionsradius Wien
mit der Wienbibliothek im Rathaus (www.wienbibliothek.at) |
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Vernissage mit Musik 25 JAHRE LALIBELA Seit 25 Jahren gibt es im 2. Wiener Gemeindebezirk die 1. Wiener
Kindergalerie Lalibela. Die Kreativität der Kinder zu fördern, sie zu
erhalten und durch viele Begegnungen auszubauen war von Beginn weg das Ziel
von Lalibela. Ebenso die Tatsache, dass Kreativität nicht Selbstzweck ist,
sondern in einem sozialen und kulturellen Zusammenhang steht. Das Angebot
besteht aus Kursen (Malen, Zeichnen, Töpfern, etc.), Veranstaltungen,
Workshops, Projekten für Schulklassen und Hortgruppen sowie Feste für Kinder. (www.kindergalerielalibela.info) Eröffnung
durch Herrn Bezirksvorsteher Gerhard Kubik, Musik: Musisch-kreative Hauptschule
Staudingergasse 6. Beginn: 18.00 Uhr, Eintritt: frei Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11 Öffnungszeiten: bis 31. Mai, MO-DO
10.00-17.00 Uhr, bei Veranstaltungen und nach Vereinbarung. |
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ParkPartie Augarten DER FRÜHLING MIT SEINEN REIZEN Der Augarten war seit seiner Öffnung für
die Bevölkerung nicht nur als Erholungs-, sondern auch als Vergnügungs- und
Veranstaltungszentrum gedacht. Zur feierlichen Eröffnung fand am 30. April
1775 das 1. Volksfest im Augarten statt. Das große Feuerwerk wurde vom
Akademischen Privilegierten Kunstfeuerwerker Girandoli abgebrannt und trug
den Namen „Der Frühling mit seinen Reizen“. Mehr Geschichte und Geschichten
über den ältesten Barockgarten bei einem Frühlingsspaziergang mit Regina
Macho. Beginn: 10.30 Uhr, Eintritt: 11 Euro (bis
14 Jahre frei, 15-19 Jahre: 4 Euro) Anmeldungen erbeten unter Tel. 332 26 94 Treffpunkt: Vorplatz Gaußplatz 11 | 1200
Wien |
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Philosophisches Café DAS ANREGENDSTE SONNTAGSFRÜHSTÜCK Das anregendste Sonntagsfrühstück der Stadt
– mittlerweile gut eingeführte Tradition am Gaußplatz 11 – lädt unter der
fachlichen Moderation von Dr. Josef Rhemann, (Philosophieprofessor / Uni
Wien) zu spannenden Diskussionen und Themen. Zeit: 10.00-13.00 Uhr; Eintritt: frei Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11 |
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* V O R S C H A U * V O R S C H A U *
V O R S C H A U * |
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MONATSTHEMA: SOME LITTLE ISTANBULS
(Parallelgesellschaften) Parallelgesellschaft – dieses Wort steht seit einigen Jahren für ein
aktuelles Bedrohungsszenario. Es meint die Abkapselung vorwiegend
muslimischer Zuwanderermilieus, denen vermeintlich jeder Integrationswille
fehlt, von der Majoritätskultur. Der Volksmund spricht – meist pejorativ –
von den „Klein Istanbuls“ in den Wiener Außenbezirken. In Spezialfällen
gewinnen auch Ausländerfeinde der Parallelgesellschaft liebliche Seiten ab.
Den Dörfern Tiroler Auswanderer in Brasilien wird allseits Bewunderung
entgegen gebracht, eben weil sie sich lange als immun gegen die Integration
in die lateinamerikanische Realität erwiesen. Ein Monatsprogramm mit Debatten, „Gastarbeiterdeutsch“-Literatur,
Dia-Shows und Livemusik ... |
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GEHEIM*TIPP: Lange Nacht der Liebe im
Hotel Orient KUNST UND LIEBE. DIE GENRES DER WIENER UNKEUSCHHEIT Frivole Lieder * Erotikfilme * Liebesbriefe * geheimnisvolle Separées ...
Liebe in 1001 Bedeutungen ... Heiße Infos demnächst unter Tel. 332 26
94 oder www.aktionsradius.at Zeit: 18.00-2.00 Uhr; Eintritt: 15 Euro Ort: Hotel Orient | 1010 Wien, Tiefer Graben 30,
www.hotelorient.at |
Auch nach der Ernennung zur niederösterreichischen
Landeshauptstadt besitzt St. Pölten nicht das beste Image unter den Städten des
Landes. „Wien darf nicht St. Pölten werden“ – Graffiti dieses Inhalts auf
Wiener Wänden verkünden: St. Pölten-Bashing gilt in der Bundeshauptstadt, wenn
überhaupt, als lässliche Sünde. Als lässige Sünde zudem. Dem unbekannten
Sprayer, der unbekannten Sprayerin kann man noch zugute halten, dass der Spruch
das unsägliche „Wien darf nicht Istanbul werden“ verhöhnt, jenen Ohrwurm in
Slogan-Form, mit dem bekannte Populisten ihre Quoten erreichen. Aber es ist
natürlich kein Zufall, dass da nicht steht: Wien darf nicht Krems werden. Oder
Wiener Neustadt. Oder Graz. Oder Berlin. Jahrzehntelang war St. Pölten Synonym
für Provinzialität und Zielscheibe vieler Witze. Ihr Witzgehalt liegt im
Schnitt unter dem Niveau folgenden Schüttelreims, der ja auch nicht sehr witzig
ist, wiewohl in ganz Wien bekannt: „Einem Mutigen bangt selten – warum bangt
dir vor Sankt Pölten?“
In St. Pölten selbst wächst das Selbstbewusstsein der
BewohnerInnen. Thomas Fröhlich, ein Literat der Stadt an der Traisen, wagt eine
Liebeserklärung: „Vielleicht ist es das, was St. Pölten ausmacht: dass es keine
museale Glättung gibt, zumindest nicht im Übermaß, kein mentales Riesenrad,
keine mentalen Fiaker, schon gar keinen Lindwurm, wenige vorgegebene Raster.
Vielmehr: eine Werkstatt, in der Zweifel, Unsicherheit, Mut zum Experiment
gestattet sind. Keine trampelnde Ideologie, eher eine aus Selbstzweifeln
geborene Identität.“ Andreas Fränzl von Bauchklang, dem musikalischen
Aushängeschild St. Pöltens, wies jüngst in einem Interview auf die – relativ
zur Einwohnerzahl – sonstwo kaum erreichte Dichte der Bandszene hin: „In St.
Pölten gab es schon immer saugute Musiker, aber auch Subkultur-Szenen können
locker mit Wien mithalten, die brauchen sich nicht zu verstecken!“ Eines dieser subkulturellen Netzwerke ist
das Künstlerkollektiv „La Musique Et Sun“ (LAMES), dessen Teil Fränzl ist.
Im kleinen St. Pölten-Festival des Aktionsradius Wien sind
Thomas Fröhlich und seine KollegInnen von der Theatergruppe „perpetuum“ ebenso
vertreten wie die Leute von LAMES – neben vielen anderen ganz jungen oder aber
junggebliebenen ProtagonistInnen eines kulturellen Aufbruchs, der in Wien
bisher höchstens von zugereisten St. PöltnerInnen, die die Fäden zur Herkunftsstadt
nicht abreißen lassen, mit Interesse registriert wird.
Robert Sommer (maturierte in St. Pölten)