Aktionsradius Wien / März 2007:

INVENTUR DER
VERBORGENEN TALENTE

 

Erinnerung an eine Gastgartenkontroverse unter den Kastanien am Gaußplatz, die alle Beteiligten sehr genossen, weil die versammelte Runde aus einer althergebrachten Legende, die scheinbar eine bestimmte Botschaft transportieren sollte, plötzlich viele einander widersprechende Botschaften heraus las. Das Erfinden von möglichen Bedeutungen sorgte für eine köstliche Unterhaltung. Es handelte sich um die Legende vom sterbenden Bauern, der vor seinem Abgang die Söhne um sich scharte und ihnen ein Geheimnis preisgab. Im Acker sei ein riesiger Schatz vergraben. Die Söhne gruben wie wild den ganzen Acker auf, keine Spur vom erwarteten Schatz. Abgesehen von der Moral aus der Geschichte, die die LeserInnen nun entdecken werden: Für die ZuhörerInnen damals am Stammtisch war die kleine Erzählung ein Aha-Erlebnis, weil sie das Talent des Erzählenden, mit einfachsten überlieferten Fabeln einen philosophischen Impuls zu geben, so noch nicht wahrgenommen hatten. Die Runde entdeckte ein verborgenes Talent.

 

Siehe auch: >>> TERZA PAGINA >>>>

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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D A S   M O N A T S T H E M A   /   Ü B E R S I C H T

(gehe mit >> zu den jeweiligen Detailinfos):

 

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Ausstellung des Monats:

LISL SPURNYS „GESICHTER DES AUGUSTIN“

Dienstag, 6.3.

Vernissage Lisl Spurny & Konzert Stimmgewitter Augustin KITSCH & REVO

 

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Dienstag, 13.3.

Dora Schimanko – Endlich, das Buch! WARUM SO UND NICHT ANDERS

 

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Dienstag, 20.3.

Hinreißende AmateurInnen FEST DER VERBORGENEN TALENTE 1

 

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Dienstag, 27.3.

Begegnung der Begabungen FEST DER VERBORGENEN TALENTE 2

 

 

S O N S T I G E S   /   Ü B E R S I C H T

(gehe mit >> zu den jeweiligen Detailinfos):

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Sonntag, 4.3.

2-Jahres-Fest von ab-ort-musik, Teil 2 CHERKEZI & TONI KITANOVSKI

 

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Freitag, 16.3. (9.3. ausverkauft)

Führung durch die H.C. Artmann-Dichter-Bibliothek ENTDECKUNGSREISE WIENBIBLIOTHEK

 

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Freitag, 23.3.

Wohnungstourismus ZIMMER FREI

 

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Sonntag, 25.3.

Philosophisches Café DAS ANREGENDSTE SONNTAGSFRÜHSTÜCK

 

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Donnerstag, 29.3.

The Mizzis & the Gameboys u.a. IL PRIMO PASSO

 

 

 

 

Aktionsradius Wien / März 2007

INVENTUR DER VERBORGENEN TALENTE

 

D A S   M O N A T S T H E M A   I M   D E T A I L :

 

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AUSSTELLUNG DES MONATS:

LISL SPURNYS „GESICHTER DES AUGUSTIN“

 

Die Wiener Künstlerin Lisl Spurny hat schon viele Gesichter gemalt: von einfachen Marktleuten, Freunden oder SchauspielerInnen bis Berühmtheiten wie Elisabeth Orth, Kardinal König und Rudolf Kirchschläger. Vor zwei Jahren entstand die Idee, dem von ihr hoch geschätzten Augustin eine Bildserie zu widmen. KolporteurInnen und MitarbeiterInnen, aber auch KünstlerInnen, die sie im Umfeld des Augustin wahrnahm, porträtierte sie in Aquarell. „Mit traumwandlerisch sicherem Instinkt schaut sie hinter die aufgesetzte Fassade und entdeckt dort den wahren Menschen“, schwärmte ein Kunstkritiker. Manchen erscheint sie in ihrer direkten Gegenständlichkeit vermutlich unzeitgemäß – ein Vorbehalt, der Spurny unbeeindruckt lässt (www.lislspurny.at).

 

Dienstag, 6.3.

 

Vernissage Lisl Spurny &

Konzert Stimmgewitter Augustin

KITSCH & REVO

Österreichs schrägster Klangkörper, das originellste Aushängeschild des Medien- und Sozialprojekts Augustin macht, dass im Publikum die Herzen zerfließen und die Fäuste sich zumindest in den Hosentaschen ballen, wenn sie nicht vielmehr über den Köpfen schweben.

 

Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: frei

Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11

Öffnungszeiten / Ausstellung: 7. bis 30. März, Mo-Fr 10.00-16.00 Uhr,

bei Veranstaltungen und nach Vereinbarung.

 

 

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Dienstag, 13.3.

Dora Schimanko – Endlich, das Buch!

WARUM SO UND NICHT ANDERS

 

Oft, wenn die Vergangenheitsbewältigung Diskussionsthema am Gaußplatz 11 ist, fällt eine aufmerksame ältere Dame im Publikum auf. Sie meldet sich zu Wort und sagt knapp d a s, was zu tun richtig wäre, um das „Niemals wieder!“ wahr werden zu lassen. Nie erwähnt Dora Schimanko, dass sie nun ein Buch geschrieben hat. Erst unsere Nachfrage im Rahmen der Inventur der verborgenen Talente ließ uns auf den im Eigenverlag herausgegebenen Titel „Warum so und nicht anders / Die Schiffs: Eine Familie wird vorgestellt“ stoßen. Die Familienchronik einer „AugartenStädterin“ abseits der althergebrachten Familienväter-Romantisierungen. Es war um die Jahrhundertwende, als ihr Urgroßvater Max Schiff nach Wien kam, einer von vielen jüdischen Zuwanderern, die in dieser Zeit Aufschwung in Wissenschaft und Kunst brachten. Gemeinsam mit ihm organisierte seine Frau Caroline Schiff Ausspeisungen für die Armen und gründete 1918 die „Wiener öffentlichen Küchen“ (WÖK). Auch „Onkel Karl“ (Popper) spielt in dem Bericht eine Rolle, die Flucht der Familie nach England und die trotzige Rückkehr nach Österreich, wo es Dora nur aushält, weil es hier Menschen gibt, die genauso unzufrieden sind mit den Verhältnisse wie sie. Lebendiger Geschichtsunterricht in Form einer Buchpräsentation!

 

Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: frei

Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11

In Kooperation mit equalizent wird diese Veranstaltung in Gebärdensprache übersetzt.

 

 

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Dienstag, 20.3.

Hinreißende AmateurInnen

FEST DER VERBORGENEN TALENTE 1

 

Das Duo „Poidl & Sascha“ mit seinem Test-Programm „Frank Sinatra goes Lepschi“ und das jodelnde Ensemble „Das Rostige Edelweiß“ zählen zu den Entdeckungen der ab-ort-musik-Schiene „Il primo passo“, die begnadeten DilettantInnen erste salonartige Musikbühnenerfahrungen bietet. Nach den beiden Newcomer-Formationen spielt erstmals am Gaußplatz die a-capella-Gruppe „Schleichquartett“, die – gegründet von „Gegenstimmen“-Chorleiter Erke Duit – zuletzt im Andino Zugabe auf Zugabe geben musste, so sehr faszinierte die Mischung von Irritierendem und Vertrautem im Repertoire der vier, die da heißen: Christine Seltenreich, Michaela Moser, Christian Cech und eben Meister Erke. Infos: www.schleichquartett.at

 

Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: 7 Euro

Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11

 

 

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Dienstag, 27.3.

Begegnung der Begabungen  

FEST DER VERBORGENEN TALENTE 2

 

Erst vor wenigen Wochen starteten wir mit der Inventur der verborgenen Talente, doch schon die ersten Ergebnisse lassen ahnen, dass wir ins Volle greifen können. Ein Act an diesem Abend ist die Aufführung des Stücks „Unschuldig“, eine Persiflage über Realität von Arbeitssuchenden beim AMS. Die DarstellerInnen sind Betroffene: Das „11%K.Theater“ der AugustinverkäuferInnen erzählt über AMS-Berater, die genauso Opfer des Systems sind wie die „Unvermittelbaren“. Benjamin Hier, 16 Jahre alt, besucht einen Berufsorientierungslehrgang im equalizent (ein neues Qualifizierungszentrum in der AugartenStadt) und besticht durch sein künstlerisches Talent. Von eigenen Comics über Graffiti reicht die Bandbreite seines Talents, welches er an diesem Abend live unter Beweis stellen wird.

Die Malerin Raja Schwahn-Reichmann, freischaffende Künstlerin und gelernte Restauratorin, versteht sich als Botschafterin der Sinnlichkeit und Lust und drückt dies sowohl in ihren opulenten Malereien als auch in den barocken, poetischen, dionysischen Hausfesten aus. Diese Feste sind ebenso Kunstwerke wie das Gesamtinterieur ihrer Wohnung, zu dem unzählbare Kostüme und Trachten zwischen Kitsch und Boheme gehören. Sie zeigt Beispiele davon und unterrichtet uns, welche Flohmärkte Europas ihr als Quelle dienen. Schließlich werden an diesem Abend die gelungensten Handyfotos der Stadtflaneure gezeigt (siehe Terza Pagina / Flanieren & (Handy-)Fotografieren).

 

Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: frei

Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11

In Kooperation mit equalizent wird diese Veranstaltung in Gebärdensprache übersetzt.

 

 

*  S O N S T I G E S  *  S O N S T I G E S  *  S O N S T I G E S  * 

 

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Sonntag, 4.3.

2-Jahres-Fest von ab-ort-musik, Teil 2

CHERKEZI & TONI KITANOVSKI

 

Zwei Tage nach ihrem Konzert im Ost Klub gibt uns die mazedonische Spitzenband Cherkezi die Ehre und lädt im Rahmen von ab-ort-musik zu einer offenen Session – einmal mehr ins Ost. Toni Kitanovski, „der verlorene Sohn“, kehrte nach Jahren als Bestandteil der US-Jazzszene nach Mazedonien zurück und beschloss, die beste Gypsy Brass Band des Landes unter seine Fittiche zu nehmen – Cherkezi aus dem Zigeunerviertel Topaana in Skopje. Herausgekommen ist eine erstaunliche Besetzung, die das Beste des mazedonischen Jazz mit dem Besten der Cherkezi-Tradition, vertreten durch drei Generationen der Familie Rashid, kurzschließt. Da sich in Wien eine beachtliche Zahl exzellenter mazedonischer Musiker zwischen Jazz und Folk befindet, und natürlich aus anderen Ländern des Balkanraumes, und Mitteleuropas und der Türkei … könnte es zu einem wahren Titanentreffen kommen.

 

Beginn: 21.00 Uhr, Eintritt: Spenden

Ort: OST | 1040 Wien, Schwindgasse 1

Eine Veranstaltung von ab-ort-musik.

 

Freitag, 16. 3.

Führung durch die H.C. Artmann-Dichter-Bibliothek

ENTDECKUNGSREISE WIENBIBLIOTHEK

 

Aufgrund der großen Nachfrage wird die Führung durch die H.C. Artmann-Dichter-Bibliothek wiederholt. Zur Hinterlassenschaft Artmanns gehört eine etwa 3500 Bände umfassende Bibliothek, die alles andere als von der „leisen Langeweile der Ordnung umwittert“ (Walter Benjamin) war. Die BesucherInnen der H.C. Artmann-Ausstellung in der Wienbibliothek im Rathaus werden überraschende Entdeckungen machen. Eines sei hier verraten: „Ich habe eine Riesensammlung von Comics. Echte, alte. Die beste Literatur ist ja Donald Duck. Mickey Mouse mag ich nicht, dafür Asterix“ (H.C. Artmann). Hermann Böhm, Leiter der Handschriftensammlung in der Wienbibliothek, führt durch die Ausstellung, im Anschluss Möglichkeit des individuellen Stöberns.

 

Beginn: 16.00 Uhr, Eintritt frei!

Ort/Treffpunkt: Wienbibliothek im Rathaus | 1010 Wien, Eingang Lichtenfelsgasse, Stiege 4, 1. Stock / Foyer

Anmeldungen bis 13. März: Aktionsradius Wien, Tel. 332 26 94

ACHTUNG: Termin am 9.3. ausverkauft!

Eine Kooperation von Aktionsradius Wien mit der Wienbibliothek im Rathaus (www.wienbibliothek.at)

 

 

 

 

Freitag, 23.3.

Wohnungstourismus

ZIMMER FREI

 

Eine „Reisegruppe“, die die 20-Personen-Grenze nicht überschreiten sollte, wird in das Grätzl rund um den Wallensteinplatz geführt. Die „sensationellen“ Schauplätze der etwa zwei Stunden dauernden Exkursion sind drei Privatwohnungen. In jeder der Wohnungen gibt es zumindest e i n e n Gegenstand, der im Mittelpunkt einer nicht ergooglebaren Gechichte steht, die der Besitzer, die Besitzerin den Gästen zu erzählen bereit ist. Durchgang bis auf Widerruf gestattet!

 

Anmeldungen bis 21.3.! Unkostenbeitrag: 5 Euro.

Treffpunkt: 17.00 Uhr, Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11

 

Sonntag, 25.3.

Philosophisches Café
DAS ANREGENDSTE SONNTAGSFRÜHSTÜCK

 

Das anregendste Sonntagsfrühstück der Stadt – mittlerweile gut eingeführte Tradition am Gaußplatz 11 – lädt auch 2007 jeden letzten Sonntag im Monat zu spannenden Auseinandersetzungen mit philosophischen Fragen. Moderation: Dr. Josef Rhemann, Philosophieprofessor / Uni Wien.

 

Zeit: 10.00 – 13.00 Uhr; Eintritt: frei

Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11

 

 

 

 

Donnerstag, 29.3.

The Mizzis & the Gameboys u.a.

IL PRIMO PASSO

 

Die MusikerInnen, die in dieser Programmschiene von ab-ort-musik vorgestellt werden, sind talentiert bis genial, bewiesen dieses aber bisher noch nie in öffentlichen Auftritten. Ob sie das Experiment ab-ort-musik als „ersten Schritt“ in eine intendierte Künstlerlaufbahn sehen oder sich der Veröffentlichung ihrer Musikalität weiter verweigern, ist ihre Angelegenheit. ab-ort-musik freut sich über jeden Bewerber, jede Bewerberin für eine der nächsten IL PRIMO PASSO-Nächte.

 

Beginn: 20.00 Uhr, Eintritt: Spenden

Ort: Schlupfwinkel | 1040 Wien, Ecke Kleine Neugasse 10 / Schäffergasse

Eine Veranstaltung von ab-ort-musik.

 

 

 

 

 

 

 

TERZA PAGINA

INVENTUR DER VERBORGENEN TALENTE

 

Im permanenten Prozess der „Stadterhebung von unten“ – eine Kreuzung von Spiel, Kunst und Bürgerinitiative – entsteht die Augarten-Stadt. Sie ist Wirklichkeit (weil Menschen mit Herz und Hirn sie repräsentieren) und sie ist Fiktion (weil sie deren Träume einer Urbanität, die nicht von „Sachzwängen“ erstickt wird, widerspiegelt). Aus manchen Träumen wird in der AugartenStadt etwas Lebendiges, auch wenn es in der Phase von trial and error bleibt.

Das nächste dieser Projekte wird „Inventur der verborgenen Talente“ genannt. Im März 2007 stehen in der AugartenStadt die Fähigkeiten und Kenntnisse der Menschen im Mittelpunkt, die im Zuge der wirtschaftlichen Entwicklungen entwertet, vermeintlich nicht mehr gebraucht werden. Dazu zählen altes Handwerks-Knowhow genauso wie künstlerische Talente – oder einfach die Fähigkeit, Streit unter der Nachbarschaft zu schlichten ...

Um den sozialen Aspekt der Inventur der verborgenen Talente zu betonen, ist ein historischer Exkurs angebracht. Vor fast genau 100 Jahren wurde die große Soziologin Marie Jahoda in Wien geboren. Sie war 1933 Mitverfasserin der Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“ (eine Siedlung in der Nähe von Wiener Neustadt), die als theoriebildende Arbeit weltbekannt wurde. Jahoda entwickelte vier Kategorien der „Haltung“, in die sich die Marienthaler Familien einordnen ließen: „Ungebrochene“, die weiterhin mit ihrem Lebenklarkommen, „Resignierte“, „Verzweifelte“, schließlich „Apathische“, die das Interesse am Erhalt eines geordneten Lebens verloren haben.

Die Menschen schienen an einer Art allgemeiner Lähmung ihrer geistigen Energien zu leiden, fiel dem SoziologInnenteam auf. Die künftigen Arbeitsmarktverhältnisse werden Menschen erneut in Resignation führen. Ursache dafür ist auch, dass die Tätigkeiten, Fertigkeiten, Kompetenzen der Menschen, die in „der Wirtschaft“ nicht verwertbar sind, gesellschaftlich entwertet werden. Die Würdigung der verborgenen Talente der Menschen, die „Veröffentlichung“ dieser Talente ist mehr als ein Nachbarschaftsprojekt. Es ist ein Signal, dass Menschen nicht länger nach ihrer Nützlichkeit für den „regulären Arbeitsmarkt“ beurteilt werden dürfen.

Robert Sommer

Hinweise auf verborgene Talente bitte an:

Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11 | Telefon: 01-332 26 94, office@aktionsradius.at

 

 

AUGARTENSTADT: FLANIEREN & (HANDY-)FOTOGRAFIEREN

Eine Aktion der Emma für Räume und Träume der AugartenStadt

 

„Aber die meisten Menschen spazieren in Wien herum, wie sie essen, wie sie leben – nämlich ohne sich etwas dabei zu denken. Oh! In Wien herumstreifen – anbetungswürdiges und köstliches Dasein. Flanieren ist eine Wissenschaft, ist die Feinschmeckerei des Auges. Spazierengehen ist vegetieren; Flanieren ist leben.“

 

Ein schönes Bild, allerdings völlig daneben, wenn das Wien des Jahres 2007 gemeint wäre, dessen BewohnerInnen das Flanieren in der Hektik der Arbeits-, Amts- und Konsumwege verlernt zu haben scheinen. Es ist ein Bild aus dem vorigen Jahrhundert, und das Zitat wird korrekt, wenn man Wien durch Paris ersetzt. Balzac war es, der das Lob des Herumstreifens verfasste.

Wir regen Sie an, die Stadt neu zu entdecken. Nehmen Sie sich Zeit, streifen Sie ziellos in der Stadt herum und richten Sie Ihre Aufmerksamkeiten auf die zufällig entstehenden Situationen und auf die Details, an denen Sie vielleicht schon hundertmal vorbeigerast sind: eine in die moderne Zeit hinübergerettete alte Hausnummerierung, ein einzelnes, einsames, angekettetes Rad, das der unbekannte Fahrraddieb zurücklassen musste, ein Schablonengraffito, das den neuen Kanzler Gusenbauer mit dem „Schüssel-Mascherl“ zeigt oder die mit Kreide auf den Asphalt gezeichneten Felder, die Kinder zum Tempelhüpfen brauchten. Sagt das nicht alles etwas über die Stadt aus?

 

Benutzen Sie Ihre Handy-Kamera, um diese Situationen oder Details, entdeckt beim Flanieren, zu dokumentieren. Die Fotos aus neuen Handy-Generationen fallen qualitativ kaum mehr hinter die Bilder von Fotoapparaten zurück: jeder und jede kann FotodokumentaristIn, wenn nicht FotokünstlerIn werden.

Mailen Sie die Resultate Ihres Flanierens mit der Handykamera (bitte eventuell auch erklärende Notizen zu den Fotos!) an:

tina.dermitzakis@aktionsradius.at – Einsendeschluss: 22. März 2007

Die gelungensten Fotos werden beim „Fest der verborgenen Talente“ am Dienstag, 27. März (Beginn 19.30 Uhr)

am Gaußplatz 11 vorgeführt (siehe Termine). Wir laden Sie herzlichst ein, dabei zu sein.