
Aktionsradius Wien / Februar 2007:
NEUE WIENER
WELLE
wir kennen das wienerlied. wir kennen
roland neuwirth.
wir kennen adi hirschal, und wir
kennen heinz holecek.
wir kennen den schmalen grat zwischen
milieu und niveau.
wir kennen den spagat zwischen soul
und groove, die tanz und die märsche.
wir kennen die alten themen, den
wein, die maderln, den tod.
wir wissen um die lust und die qual,
die es verursacht, das eigene in besitz zu nehmen.
doch wieder haben unberechenbare anarchisten
das wienerlied besetzt wie ein staubiges haus,
und hinter den blinden scherben der
alten fenster wachsen – heimlich? ohne lärm jedenfalls –
frische, kräftige triebe am alten
stock. kennen wir das wienerlied?
(walther soyka)
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D A S M O N A T S T H E M A /
Ü B E R S I C H T (gehe mit >> zu den jeweiligen
Detailinfos): |
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Ausstellung des Monats: EINGRIFFE
IN EINEN ROMANTISCHEN GARTEN 06
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Dienstag, 6. 2. Ernst Molden
& Sibylle Kefer BUBENLIEDER
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Dienstag, 13. 2. Des Suchy-Drio WEANA GSCHDANZLN & GSCHEADE LIADA |
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Freitag, 16. 2. Führung durch die H.C.
Artmann-Dichter-Bibliothek ENTDECKUNGSREISE
WIENBIBLIOTHEK |
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Dienstag, 20. 2. Hansi Lang & Klaus Wienerroither LIEDER AUS TIEFSTER WIENER SEELE |
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Dienstag, 27. 2. Alp Bora
Quartett LEVANTINISCHE
SUPERSESSION |
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S O N S T I G E
S / Ü B E R S I C H T (gehe mit >> zu den jeweiligen
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Sonntag, 25. 2. Philosophisches
Café
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Donnerstag, 15. 2. Doku von Erich Schneller MUSIK DER ROMA |
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Mittwoch, 21. 2. Zwei-Jahres-Fest von ab-ort-musik LEPSCHI. DAS FEST |
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V O R S C H A U /
Ü B E R S I C H T (gehe mit >> zu den jeweiligen
Detailinfos): |
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MÄRZ 2007: INVENTUR DER VERBORGENEN
TALENTE Hinweise auf
verborgene Talente werden gerne entgegengenommen (Tel. 332 26 94). |
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Aktionsradius Wien / Februar 2007
NEUE WIENER WELLE
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D A
S M O N A T S T H E M A I M
D E T A I L : |
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EINGRIFFE IN EINEN ROMANTISCHEN GARTEN 06
Internationales Künstlersymposion Zwettl Linde Waber, Stadträtin für künstlerische
Umtrünke und Umtriebe der AugartenStadt, lud im August 2006 zum künstlerischen
Austausch in ihr Sommerdomizil. Die Ausstellung zum Internationalen
Künstlersymposion gibt es wie immer am Gaußplatz 11. Mit dabei: drei Künstler
aus Japan (Miida Seichiro, Teruo Isomi, Masayuki Yasuhara), der japanische
Galerist Masanori Sawada, der chinesische Künstler Zhou Yun, Norbert Moysan
aus Frankreich, sowie aus Österreich Martin Anibas, Gunter Breckner, Lisa
Est, Brigitte Kordina, Tonia Kos, Richard Künz, K.U.Sch.: Jörg
Schwarzenberger, Renate Krätschmer, Franz Part, Michael Schneider, Martin
Schrampf, Oswald Stimm, Anna Sy und Philip Szikszay. Vernissage: Dienstag, 30. 1., 19.30 Uhr
Einführende Worte: Michaela Hirsch. Gitarre: Valdinho Langer. Film von Martin Anibas. Film von Martin Schrampf. Buffet Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11 Öffnungszeiten: bis 28. Februar, MO-FR
10.00-16.00 Uhr, bei Veranstaltungen und nach Vereinbarung. |
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Ernst Molden &
Sibylle Kefer
BUBENLIEDER
In einem Lokal wie am Gaußplatz 11, wo
einerseits wegen der Anrainerschonung und andrerseits wegen der Vorlieben der
BetreiberInnen eher der „ausg´steckten“ Musik gefrönt wird, muss Ernst
Moldens Band halbiert und softifiziert werden. Neben dem Chef (voc, g) ist
„nur“ die Band-Sängerin Sibylle Kefer (voc) auf der Bühne, die jahrelang –
statt auf der neuen Wiener Welle – auf der neuen alpinen Welle surfte,
nämlich als Mitglied der Ausseer Hardbradler. „Mit seiner neuen CD
‚Bubenlieder’ legt der Wiener Autor und Liedermacher seine bisher stimmigste
Arbeit in Sachen Annäherung internationaler Songwriter-Formate an das Wiener
Idiom vor. Mit schlanker Besetzung gelingen dem raubeinig gegen die
melancholischen Melodien ansingenden Molden schöne und zeitlose Betrachtungen
zwischen Katerstimmung, einem Watschen verteilenden Jesus und jenem
Lebensüberdruss, der einen mitunter weit über die Stadtgrenzen hinaus zur
Mutter Gottes in die Lourdes-Grotte von Maria-Gugging treibt“ schrieb einer,
der so oft zitiert wird, dass er bereits zu einer Institution der
Kanonisierung von Non-Mainstream-Musik geworden ist. Nämlich Christian
Schachinger, (Standard, 15. 12. 2006). Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: 10 Euro Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11 |
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Des Suchy-Drio WEANA GSCHDANZLN & GSCHEADE LIADA A Bosaun, a Gwedschn, zwa Glarineddn, drei
Dulsägg, drei Gsaungschdimman mochn Weana Gschdanzln, gscheade Liada & Hrvatske
Pjesme. Wer einmal die Brüder Norbert H. und Christian gemeinsam mit Vater
Hans Suchy musizierend erlebt hat, kommt immer wieder. Die rührigen und
witzigen, dialektreichen Inhalte der Lieder sowie zum Weinen schöne
Arrangements lassen nicht nur bei Wienerlied-Fans und Freunden gediegener
österreichischer Volksmusik die Herzen höher schlagen. Neben heimischen
Klängen – „schdööds meine rooss in schdoi“, “uandliche
leid“,„bauchwee-woizza“ oder „grofn-sebb-poigga“ u.v.a. – ertönen südlichere
Klänge aus Kroatien, deren musikalische Nähe zur leise-gedehnten Melancholie
des heimischen Wienerliedes schon nach wenigen Takten hörbar und spürbar
wird. Wunderbar harmonisches Zusammenspiel des Familien-Trios, mehrstimmiger
Gesang und interessante instrumentale Bestückung machen nicht zuletzt einen
Abend mit den Suchys zu einem wahren Vergnügen! Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: 10 Euro Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11 |
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Führung durch die H.C.
Artmann-Dichter-Bibliothek ENTDECKUNGSREISE WIENBIBLIOTHEK Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung
des Nachlasses des Dichters, der im wesentlichen aus dessen 3500 Bände
umfassenden Bibliothek besteht, hielt der Vizechef der Handschriftensammlung
der Wienbibliothek im Rathaus, Marcel Atze, einen Vortrag über die
(Un-)Ordnung der Bücher, die H.C. Artmann besaß. Dieser hatte seine Bücher in
seinem Salzburger Haus weder alphabetisch noch nach Fachgebieten aufgestellt.
Die prall gefüllten Regale waren, so Atze, alles andere als von der „leisen
Langeweile der Ordnung umwittert“, die der bibliophile Philosoph Walter
Benjamin einst beschworen habe. Die Wienbibliothek hat eine Ordnung in H.C.
Artmanns Bibliothek gebracht. Der Dichter hätte das so gewollt, meint Marcel
Atze. Wichtiger in diesem Zusammenhang ist, dass die Dichterbibliothek nicht
in alle Winde zerstreut wurde und dass sie als Einheit derzeit öffentlich
zugänglich ist. Die BesucherInnen der H.C. Artmann-Ausstellung in der
Wienbibliothek im Rathaus werden überraschende Entdeckungen machen. Eines sei
hier verraten: „Ich habe eine Riesensammlung von Comics. Echte, alte. Die
beste Literatur ist ja Donald Duck. Mickey Mouse mag ich nicht, dafür
Asterix“ (H.C. Artmann). Marcel Atze führt durch die Ausstellung,
anschließend Lesung von Friedrich Achleitner (18.30 Uhr), Brot und Wein sowie
Möglichkeit des individuellen Stöberns. Beginn: 17.00 Uhr, Eintritt frei! Ort/Treffpunkt: Wienbibliothek im Rathaus | 1010 Wien, Eingang Lichtenfelsgasse,
Stiege 4, 1. Stock / Foyer Anmeldungen bis 13. Februar:
Aktionsradius Wien, Tel. 332 26 94 Eine Kooperation von Aktionsradius Wien
mit der Wienbibliothek im Rathaus (www.wienbibliothek.at) |
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Hansi Lang & Klaus Wienerroither LIEDER AUS TIEFSTER WIENER SEELE „Die Bucht von Wien“, Hansi Langs neues
Programm, ist u.a. eine Hommage an H.C. Artmann, der seinen Kosmopolitismus, seine
Weltläufigkeit (er übersetzte Literatur aus 7 Sprachen ins Deutsche) mit der
ungestümen Lust, aus dem Wienerischen zu schöpfen, gepaart hat. Dieser Spagat
kann als Grundhaltung der Neuen Wiener Welle gesehen werden: Symbiose des
Globalen und Lokalen. Gut möglich, dass H.C. Artmann nie damit gerechnet hat,
dass seine als „Drei Lieder für Moni“ publizierten Gedichte eines Tages
tatsächlich vertont werden. Hansi Lang – seit den 80ern durch Songs wie „Keine
Angst“ und „Fräulein Josefine“ bekannt und seit 2004 mit dem Projekt „Slow
Club“ erfolgreich – verwirklichte das Unvorstellbare. Gemeinsam mit dem
Gitarristen Klaus Wienerroither hat er ins Wort gebannte Gefühle aus tiefster
Wiener Seele hör- und spürbar gemacht. Und so treffen sich Liebe, Tod und Einsamkeit
an der Bucht dieser Stadt, die überall und doch nur hier sein kann. Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: 14 Euro Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11 |
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Alp Bora Quartett LEVANTINISCHE SUPERSESSION Alp Bora, aus Ankara stammend aber Ottakringer durch
und durch, würde sich als „Großstädter“ bezeichnen, kaum als „Türke“. Und
weil die Großstadt, in der er gestrandet ist, zufällig Wien heißt, und weil
Wien unzufällig von Alps sondergleichen bevölkert ist, ist seine Musik im
weitesten Sinne Teil der Neuen Wiener Welle. Bekannt als Leader der
Spitzenband Nim Sofyan, hat er nun im Rahmen des Akkordeonfestivals ein
höchstinteressantes Quartett formiert: Alp Bora (Gitarre), Daphne Sadeh
(Bass), Koby Israelite (Akkordeon), Daniel Klemmer (Percussion).
(Doppelkonzert mit Marinette Bonnert & Pere Romaní – KataWallonische
Begegnung) Beginn: 20.00 Uhr, Eintritt: 20 Euro
(Abendkasse), 18 Euro (Vorverkauf) Ort: Kirche Gaußplatz | 1200 Wien, Gaußplatz 14 Info: www.akkordeonfestival.at, Tel. 332
26 94, Aktionsradius Wien Eine Kooperation von Aktionsradius Wien
mit dem Akkordeonfestival (www.akkordeonfestival.at) |
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Philosophisches Café
Das anregendste Sonntagsfrühstück der Stadt
– mittlerweile gut eingeführte Tradition am Gaußplatz 11 – lädt auch 2007
jeden letzten Sonntag im Monat zu spannenden Auseinandersetzungen mit
philosophischen Fragen. Moderation: Dr. Josef Rhemann, Philosophieprofessor /
Uni Wien. Zeit: 10.00 – 13.00 Uhr; Eintritt: frei Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11 |
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Doku von Erich Schneller MUSIK DER ROMA Erich Schneller vom ORF Burgenland stellt
seinen Film „Musik der Roma - Muschika le Romendar“ vor. In der Doku begibt sich
ein ORF-Team auf eine grenzüberschreitende Spurensuche und stößt dabei unter
anderen auf den Wiener Stefan Pischti Horvath, der in Ungarn geboren und im
kroatischen Großwarasdorf aufgewachsen ist. Er hat mit seinem Zimbal die
ganze Welt bereist und besteht darauf, „Zigeunermusik“ zu machen. Weitere
Bands und Interpreten: Romano Rath, Hans Samer-Band, Kalyi Jag, Ferry
Janoska, Ruzsa Nikolic Lakatos und Harri Stojka. Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: frei Ort: Aktionsradius Wien | 1200 Wien, Gaußplatz 11 Eine Kooperation mit ab-ort-musik. |
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Zwei-Jahres-Fest von ab-ort-musik LEPSCHI. DAS FEST Der Chor Gegenstimmen, die Indie-Band
Lassiter und die Experimentalmusikerinnen Hemma Geitzenauer und Katharina Klement
öffneten ihre künstlerischen Laboratorien für Gäste. Mit dieser Bandbreite
begann im Februar und März 2005 das Projekt ab-ort-musik. Zum 2-jährigen
Jubiläum wird das Ungeplante, das Improvisierte, das Spontane und das
Überraschende erwartet – dargeboten von MusikerInnen, die in den ersten
beiden Jahren ab-ort-musik begleiteten. Eine Weltmusikparty in einem Lokal,
das sich mitten in der Rotlichtmeile wie ein Akkordeon mitten in der
Silvesterknallerei ausmacht. Beginn: 20.00 Uhr, Eintritt: frei Ort: Café Derwisch | 1160 Wien, Ecke Lerchenfelder Gürtel /
Hasnerstraße Eine Kooperation mit ab-ort-musik. |
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V O R S C H A U * |
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INVENTUR DER VERBORGENEN TALENTE Die Amtstätigkeit der „Regierung“ des
eingebildeten Gebildes „AugartenStadt“, die sich einem permanenten Prozess
der „Stadterhebung von unten“ (als Spiel, Kunstprojekt und Bürgerinitiative)
unterwirft, hat einen Frühjahrsschwerpunkt: Das Experiment „Inventur der
verborgenen Talente“ ihrer BewohnerInnen wird gestartet. Dabei stehen
Fähigkeiten und Kenntnisse der Menschen im Mittelpunkt, die im Zuge der
wirtschaftlichen Entwicklungen entwertet, vermeintlich nicht mehr gebraucht
werden. Dazu zählen altes Handwerks-Knowhow genauso wie künstlerische Talente
– oder einfach die Fähigkeit, Streit unter der Nachbarschaft zu schlichten
... Hinweise auf verborgene Talente werden
gerne entgegengenommen (Tel. 332 26 94). |
Aus der Studie von Thomas
Hojsa und Helmut Emersberger „Wienerlied“, 2003, im Auftrag der Kulturabteilung
der Stadt Wien
20% aller
deutschen Städtereisenden kommen nach Wien. Viele von ihnen buchen dann (oder
schon vorher) ein Ausflugsprogramm, das zumeist einen Praterbummel, eine
Schifffahrt durch die Wachau und einen Grinzing-Besuch enthält. Dieses Programm
wird zumeist von „Wien-Anfängern“ in Anspruch genommen. Besucher, die schon in
Wien waren, also „Wiederholungstäter“ sind erfahrungsgemäß auf der Suche nach
dem „Echten“. (...) Es ist in der Tat ein Ding der Unmöglichkeit für Touristen,
die „Wiener Volksmusik“ in Wien zu finden. Das liegt wahrscheinlich daran, dass
diese beim Grinzing-Besuch inkludiert ist bzw. inkludiert zu sein scheint. Dort
wird ein eher seltsam anmutendes Repertoire von schlecht bezahlten Unterhaltern
geboten, das zumeist nicht einmal im weitesten Sinn als Konfrontation mit
Wienermusik bezeichnet werden kann. Die „Touristenunterhalter“ schielen
naturgemäß auf das Körberl mit dem Trinkgeld (in dem ohnedies meist nur Münzen
landen) und glauben, dieses am allerwenigsten mit „echten“ Wienerliedern füllen
zu können. Der Konsum des Grinzinger Weines relativiert dann die Qualität der
musikalischen Darbietungen schnell und darum sehen die Reiseveranstalter
offenbar keinen Grund, hier umzudenken. Dass es dadurch zu einer völligen
Verfälschung des Ausdrucks der Wiener Bevölkerung durch seine Lieder kommt, ist
den Veranstaltern natürlich nicht so wichtig wie die Attraktivität der
Kalkulation dieser Ausflüge, die als „Erlebnis“ verkauft werden. Pauschal
berechnet, beinhaltet dieses Standardpaket den Transfer nach Grinzing und
zurück, eine Mahlzeit, ein oder zwei Viertel Wein und – nicht zuletzt – die
Heurigenmusik. Nach Auskunft eines Betreibers eines Wiener Reisebüros sind die
Heurigenwirte mit den Veranstaltern vertraglich verbunden, diese Strukturen
also als eher starr einzustufen. Es wäre dringend notwendig, eine Alternative
anzubieten. Dass das Wienerlied etwas wie Hintergrundmusik ist, ist eine
bedauerliche, aber anscheinend weitverbreitete Fehleinschätzung.